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Physiotherapie, Tipps und Infos 

Wozu einen Patienten-Ratgeber-Physiotherapie?

Wie Sie vielleicht aus meinem Lebenslauf ( Menüpunkt:➥über mich) oder von persönlichen Begegnungen wissen, bin ich nicht nur Heilpraktiker und Hypnosetherapeut hier in Henstedt-Ulzburg, sondern zusätzlich in Teilzeit, auch Physiotherapeut in Hamburg.

Die meisten Patienten verstehen das komplizierte Gesundheitssystem nicht und Behandlungen laufen manchmal weniger optimal, als sie es könnten. Das kann und sollte man da ändern, wo es möglich ist.

Ich möchte, dass Sie verstehen, warum es im Bereich Heilmittel/Therapie nicht immer so perfekt läuft, wie Sie es sich vielleicht wünschen.

►Ich möchte Ihnen die besten Tipps und Tricks verraten, damit  Sie die bestmögliche Behandlung bekommen. Egal wo Sie hingehen und ganz gleich ob Sie Kassen- oder Privatpatient sind.

 

Ratgeber Physiotherapie für Patienten

(Kapitel 1-19)

"Wer lesen kann und will ist klar im Vorteil"

 

1. Wann sollten Sie Termine immer absagen?  

Bei Physiotherapie die vom Arzt verordnet wurde, ist es der Arzt, der aufgrund seiner Kompetenz entscheidet, ob und auch ab wann (z.B. nach OP oder Verletzungen) Sie zur Physiotherapie kommen dürfen. Besondere Vorsichtsmaßnahmen oder Einschränkungen, wird er mit Ihnen besprechen und ggf. auch auf dem "Rezept" vermerken.

Ergibt sich aus Befragung, der physiotherapeutischer Untersuchung oder durch Ihre Reaktionen auf eine Behandlung, dass eine weitere ärztliche Abklärung ggf. erforderlich ist, wird Ihr Therapeut Sie noch einmal zum Arzt schicken.

Sie selbst sollten immer dann, wenn Sie sich krank fühlen oder auch, wenn plötzlich neue und ungeklärte Symptome auftreten, Ihre Behandlungstermine rechtzeitig absagen und ggf. noch einmal zum Arzt gehen. Das gilt im besonderen Maße auch bei Infektionskrankheiten, wie z.B. bei einer Magen-Darm Infektion, bis mindestens 3 Tage nach Abklingen der Symptome (Durchfall, Erbrechen) und auch bei grippalen Infekten/Erkältungen (die 1. Woche ist meistens besonders ansteckend). Bei anderen Erkrankungen bzw. Infektionen, fragen Sie Ihren Arzt (manches kann man auch googeln), wie lange Sie noch für andere ansteckend sind und für sich Ruhe brauchen.

WICHTIG:

Bitte bedenken Sie, dass auch harmlosere Infektionskrankheiten, bei denen es Ihnen vielleicht gar nicht so schlecht geht, für manche, labile oder immunschwache Menschen, auf die Sie in einer medizinischen Praxis treffen könnten, eine Gefahr darstellen können.

Bedenken Sie auch, dass Sie Ihren ein Therapeut, anstecken könnten. Ein kranker Therapeut, kann Sie und viele andere Patienten nicht mehr behandeln, was nicht nur medizinische Folgen für viele Menschen sondern auch ökonomische Folgen für Ihre Therapiepraxis hat.

►Sagen Sie also Ihre Termine rechtzeitig(!) ab, wenn Sie krank sind. Bedenken Sie, dass eine sehr kurzfristige Absage zu Leerlauf und Kosten führt, die jemand übernehmen muss.

 

 

2. Welche Praxen kann man empfehlen?

Hier in Henstedt-Ulzburg biete ich keine(!) Physiotherapie auf ärztliche Verordnung (Kassen- und Privatrezepte) an. Sie müssen dafür in eine speziell auf diese Behandlungen zugelassene Praxis gehen!

Ich führe körpertherapeutische Behandlungen in Form von Krankengymnastik, manueller Therapie oder Massagen auf ärztliche Verordnung in einer kleinen Praxis im nördlichen Hamburg (ca. 30 Autominuten von meiner Praxis entfernt) durch.

Adresse, Kontaktdaten und Website dieser Praxis nenne ich Ihnen auf Anfrage gerne.   

Wenn Hamburg für Sie nicht zu weit weg ist, empfehle ich Ihnen natürlich meinen dortigen Kooperationspartner sehr gerne.

Die Standards (Behandlungszeit, Qualifikationen der Therapeuten, Service etc.) sind dort gemessen an den miserablen Bedingungen denen kassenfinanzierte Therapiepraxen unterliegen, noch relativ hoch.  Das findet man leider nicht mehr sehr oft.

Andere Praxen empfehle ich grundsätzlich nicht, da ich nicht wissen kann welchen Therapeuten Sie dort bekommen und wie die sonstigen Bedingungen dort jeweils aktuell sind.

 

Training am Morgen überwindet den inneren Schweinehund

3. Wie findet man eine guten Physiotherapeuten?

Am erfolgreichsten sind die Behandlungen für Sie dann, wenn Sie einen Therapeuten finden, der über ein größeres Spektrum an Möglichkeiten ( diagnostische Testverfahren, Behandlungstechniken, Therapiekonzepte) verfügt, der Ihnen (und auch Ihren körperlichen Signalen) zuhört, der  flexibel seine Therapie an Ihre Bedürfnisse und Reaktionen anpasst und dem Sie vertrauen. Fragen Sie Ihren Arzt, oder Freunde, Nachbarn etc. nach Ihren Erfahrungen. Internetbewertungsportale sind kaum aussagekräftig und auch die Webseiten der Anbieter, sind leider oft veraltet und wenig informativ. Hinweisend ist es oft, wenn Ihr Therapeut neben seiner Berufsausbildung noch weitere Leistungen (Fortbildungen, Zertifikate) anbieten kann. 

 

4. Welche Grenzen hat "Physiotherapie"?

Mit Physiotherapie erreichen wir eine Erfolgsquote von etwa 70-80%.

Was bedeutet das?

Es bedeutet, dass der weitaus größte Teil der Patienten eine Verbesserung Ihrer Funktionen und eine Linderung negativer Symptome erreicht, wenn sie regelmäßig eine gewisse Anzahl von Terminen (i.d.R. 3 Rezepte a' 6-10 Behandlungen) wahrgenommen haben.

Es bedeutet aber leider auch, dass rund 25% aller Patienten keine ausreichende Verbesserung Ihrer Probleme in den vorgegebenen Regelbehandlungen erreicht. 

Die 7 Ursachen für Misserfolg:

1.Nicht jeder Therapeut ist für jeden, individuellen Patienten, mit seinen speziellen Problemen immer, optimal geeignet. Das kann auch gelegentlich einmal ein Frage der Sympathie/Antipathie sein. Hier kann manchmal ein Therapeutenwechsel helfen.

2.Ebenso kann man nicht jedes Problem, bzw. jede Erkrankung immer durch physiotherapeutische Maßnahmen effektiv beeinflussen.

3.Medikamente oder chirugische Behandlungen sind manchmal unumgänglich.

4.Und natürlich gibt es auch Probleme, deren Ursachen auf Ihrer seelischen Ebene liegen und therapeutisch einen entsprechenden Zugang benötigen.

5.Leider gibt es auch Störungen, die einen langfristigen Behandlungsbedarf von mehreren Monaten oder sogar Jahren haben. Dazu zählen autoimmune-, neurologische-, rheumatische- aber auch manche orthopädische meist chronische Erkrankungen.

6.Manchmal liegt es auch an Ihnen selbst, wenn Sie nicht bereit oder in der Lage sind zuhause etwas zu tun (Übungen, Sport) oder sich schlecht ernähren.

7.Sehr selten kann es auch einmal Erkrankungen und Symptome geben die man nicht "heilen", sondern vielleicht nur begrenzt lindern kann und mit denen Sie bis zu einem gewissen Grad, leben müssen.

Um einschätzen zu können was für Sie zutrifft, brauchen Sie einen guten Arzt, einen guten Therapeuten, die bestmögliche Diagnostik, eine offene, ehrliche Kommunikation und natürlich auch in manchen Fällen, etwas Selbstreflexion.

 

5. Kann eine  Behandlung "Nebenwirkungen" haben? 

Tatsächlich kann es manchmal vorkommen, dass Sie nach einer Behandlung vorübergehend leichte oder sogar stärkere Beschwerden bekommen.

10 Ursachen für "Nebenwirkungen"

1.Der behandelte Bereich war nicht Ihr ursächliches Problem sondern ein symptomatisches Folgeproblem, dass durch Anpassungs- oder Kompensationsvorgänge entstanden ist. Der Körper reagiert dann oft mit negativen Symptomen, bis die Schutzfunktion wieder hergestellt ist.

2.Ihr Körper ist vielleicht individuell besonders reaktionsfreudig (hypersensibel). 

3.Ihr Nervensystem ist ggf. physiologisch bedingt, besonders schmerzempfindlich (häufig bei chronischen Schmerzen).

4.Bei einer psychischen/psychiatrischen Grunderkrankung (Angststörungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen u.a.m.) sind häufig auch Körperwahrnehmung und Verarbeitungsprozesse verändert. Das kann dann häufiger zu "überraschenden" (paradoxe Reaktionen, Überreaktionen etc.) Reaktionen kommen. 

5.Ihr aktueller Reizzustand ist u.U. recht stark 

6.Ihr Gewebe (Knochen, Sehnen, Muskeln, Knorpel/Bindegewebe) ist vorgeschädigt z.B. durch Traumen, Tumore, Entzündungen, Stoffwechselerkrankungen (Osteoporose), Medikamente (Antibiotika, Cortison) etc. Hier kann es durch eigentlich normale, sonst unproblematische passive oder aktive Bewegungen, äußerem Druck oder Zug und anderen äußeren Reizen, die sowohl im Alltag wie auch in einer Behandlung vorkommen können, dazu kommen, dass ein Schaden entsteht oder sich verschlimmert.

7.Sie sind vielleicht genau an diesem Tag besonders "reizbar" bzw. empfindlich (Disposition)

8.Sie haben sich vielleicht vor oder nach der Behandlung ungünstig bewegt oder belastet und die daraus resultierenden Beschwerden, treten dann im zeitlichen aber nicht ursächlichen Zusammenhang mit der Behandlung auf.

9.Die Behandlung war für Sie an diesem Tag vielleicht überdosiert (zu stark) weil Ihr Therapeut zu viel wollte, bislang immer besonders gute Ergebnisse mit "kräftigen" Therapiereizen hatte, nicht nach Schmerzreaktionen während der Übung oder Technik gefragt hat oder Sie Ihm diese nicht deutlich genug mitgeteilt haben.

10. Man weiß es nicht...

Wichtig:

Die individuellen und situativen Reaktionen eines Körpers sind leider niemals sicher voraussehbar.

Ohne Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen funktioniert keine Behandlung.

6 hilfreiche Tipps: Wie Sie bei Beschwerden reagieren können    

1. Bleiben Sie "gelassen", wenn Ihr Körper einmal negativ auf eine Behandlung reagiert. Nur wenn eine Therapie an Ihre Grenzen geht, kann überhaupt Veränderung stattfinden. Nur wenn es zu einer Reaktion auf die Behandlung (und das ist leider oft auch unangenehm) kommt, zeigt Ihr Körper dass er sich verändert. Solche durch Therapiereize hervorgerufene Reaktionen, regulieren sich meist recht schnell, in wenigen Stunden oder Tagen. Oft geht es Ihnen danach sogar besser.

2. Sprechen Sie persönlich(!) mit Ihrem Therapeuten über die Reaktionen Ihres Körpers (während und auch nach der Behandlung), damit er Dosis und Lokalisation der Behandlung so verändern und anpassen kann, so dass stärkere(!), negative Reaktionen nicht mehr auftreten können. Therapie ist immer auch ein bischen Versuch und Irrtum und Reaktionen kaum vorhersehbar. Es muss ein ständiges Anpassen an individuelle Reaktionen stattfinden, bis man die perfekte Dosis für Sie gefunden hat. Nur so kann Therapie funktionieren, alles andere wäre dann eher ein Wohlfühlprogramm (was ja auch manchmal sinnvoll sein kann).

3. Nutzen Sie natürliche Hausmittel wie Wärme- oder Kälteanwendungen, Pfefferminzöl, Salben leichte Bewegungsübungen im schmerzfreien Bereich und ggf. auch mal ein Schmerzmittel, um einen schlechten Tag zu überbrücken. Wenn neue Symptome entstehen oder die vorhanden Symptome nicht nach spätestens 1 Woche abnehmen sondern sich verstärken, hat das meist nichts mehr mit der Behandlung zu tun. Dann sollten Sie zum Arzt gehen.  

4. Es gibt Behandlungen die nur funktionieren, wenn Sie eine gewisse, vorübergehende Schmerzreaktion während und auch nach der Behandlung akzeptieren. Dazu zählen bestimmte tiefe Muskel- und Faszientechniken (Triggerpunkte, Verhärtungen, Verklebungen) oder die Mobilisation eines chronisch steiften Gelenkes. Ebenso ist es so, dass die Behandlung chronischer Schmerzen (meist durch Inaktivität, Arthrose, alte ausgeheilte Verletzungen, rheumatische Krh. etc.) durch aktive Übungen/Sport nur dann wirklich optimal funktionieren, wenn Sie Ihre Komfortzone verlassen können und an- und über Ihre Grenzen gehen können. Es ist aber immer Ihre Entscheidung, wie weit Sie da gehen möchten, jeder Mensch ist anders.    

5. Wenn Sie einfach nur etwas Entspannung und ein leichtes Training brauchen, und keine negativen, schmerzhaften Reaktionen mehr riskieren möchten, ist das vollkommen verständlich. Vielleicht kommen Sie mit Ihren Problemen so einigermaßen gut klar und es genügt Ihnen, wenn  Ihr Status sich nicht verschlechtert. Oder Sie haben ggf. die Erfahrung gemacht, dass Sie bzw. Ihr Körper auf eine zu intensive Therapie (Grenzbereich) nicht gut reagiert. Es gibt immer auch sanfte Wege, etwas Gutes für Sie zu erreichen. Sprechen Sie Ihre Ziele und Bedürnisse mit Ihrem Behandler ab!

6. Wenn die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Behandler aus Ihrer Sicht nicht gut funktioniert und es bei Negativreaktionen während und nach einer Behandlung nicht zu einer ausreichenden Veränderung der Strategie und Dosis  kommt, ist es manchmal sinnvoll auch den Therapeuten zu wechseln. Das gilt auch, wenn Sie generell Ihren Therapeuten subjektiv nicht mögen und kein Vertrauen in seine Maßnahmen aufbauen können (emotionale Ebene). I.d.R. weiß man das nach 2-3 Behandlungen. Manchmal passen Patient, Problem und Therapeut einfach nicht zusammen.

Bedenken Sie:

✱ Jeder Arzt und Therapeut hat seinen Beruf gelernt, tut das Beste was er kann und hat schon sehr viele Patienten erfolgreich behandelt, sonst wäre er längst nicht mehr im "Geschäft".

✱ Aber es gibt leider keine Garantie dafür, dass immer jede Behandlung (egal welche), bei jedem Problem, bei jedem individuellen Patienten, zu jedem Zeitpunkt, perfekt funktioniert und völlig frei von Nebenwirkungen ist.     

 

6. Was müssen Sie selbst tun, damit Sie Erfolg haben?

Sie sind immer auch selbst gefordert etwas in Ihrem Leben zu verändern, indem Sie z.B. Zeit finden regelmäßig etwas für sich zu tun (gezielte Übungen, Sport, Entspannungstraining) und mit der nötigen Geduld und Disziplin an Ihren Problemen arbeiten. Leider verschwinden nicht alle Probleme von selbst, manchmal ist an dem "frechen" Spruch "Turne bis zur Urne" etwas dran. Und recht häufig gehört es auch dazu, auf anderen Ebenen etwas zu verändern, dass könnte z.B. eine Ernährungsumstellung, Veränderungen am Arbeitsplatz oder die therapeutische Arbeit an psychisch bedingten Spannungen sein.

Am meisten Bewegung haben Jogginghosen in der Waschmaschine

 

7. Wie bekommen Sie fachlich, die beste Behandlung?

​Die Ausbildung Ihres Physiotherapeuten ist nur eine Kurzausbildung (3Jahre), für die er in vielen Fällen auch noch Schulgeld bezahlen musste. Wesentliche Teile dessen, was Ärzte verordnen können, wie die manuelle Therapie (MT), neurologische Erwachsenentherapie (KG-ZNS), neurologische Kinderbehandlung (KG-ZNS), manuelle Lymphdrainage (MLD), Therapie am (Sport-)Gerät (KGG, auch D1), Kiefergelenksbehandlung (CMD) werden nicht oder kaum unterrichtet. Therapeuten müssen dafür nach Ihrer Berufsausbildung zusätzliche kosten- und zeitintensive Kurse besuchen und Zertifikate erwerben. Sonst dürfen sie diese Behandlungen nicht durchführen.

Dieser Irrsinn führt dazu, dass ein ausgebildeter Physiotherapeut mit staatlicher Anerkennung etwa 50% aller Patienten nicht behandeln darf (und kann).  

4 Tipps für eine "top"- Behandlung:

1. Suchen Sie sich einen Therapeuten mit der Zusatzausbildung "manuelle Therapie" (MT). Ihr Therapeut hat dann immer mehrere Jahre Berufserfahrung und zusätzliche Qualifikationen.

2. Bei neurologischen Problemen, lassen Sie sich "KG-ZNS" (Bobaththerapie, PNF o.Äh.) verordnen. Auch hier ist Ihr Therapeut dann besonders qualifiziert und bekommt mehr Behandlungszeit für Sie (i.d.R. 30 Min. statt 20 Min.).

3. Erklären Sie Ihrem Arzt, dass er mit diesen höherwertigen Verordnungen (KG-ZNS, manuelle Therapie, ergänzende Wärme oder Kälteanwendungen) die Warscheinlichkeit erhöht, dass Sie in qualifiziertere "Hände" kommen, die mehr Zeit für Sie haben.

4. Bei Kieferproblemen (CMD), gehen Sie nur zu einem Therapeuten, der hier eine Zusatzausbildung gemacht hat. Fragen Sie danach!

 

8. Warum ist die Behandlungszeit oft viel zu kurz?

Die Ursachen:

​Die durch die Verträge mit den Kassen vorgegebene Mindestbehandlungszeit, beträgt für die häufigsten Anwendungen wie: Krankengymnastik, manuelle Therapie und Massage nur 15 Minuten (= 4 Patienten/Std.). Thermische Zusatzanwendungen ca. 10 Min. zusätzliche Zeit.

Real sind das aber nur 10 Minuten reine Behandlungszeit, da die Zeit Untersuchung, Dokumentation, Umziehen und all die Dinge, die unmittelbar mit der Behandlung zu tun haben, beinhaltet. Das gilt auch bei der für Wärme- oder Kälteanwendungen von den Kassen vorgebenen Zeit (meist 10 Min., bzw. für Fango 20 Min.) die Vorbereitungszeit (holen, wegbringen, herstellen) und Pflege benötigen, die nicht im Behandlungsraum stattfindet und die Anwendungszeit auf ca. 5 Minuten verkürzt.

Das ist viel zu wenig, um eine sinnvolle und qualifizierte Behandlung durchzuführen! Selbst wenn die meisten Praxen 20 Minuten (sehr selten auch mal mehr) für Sie einplanen, bleiben real nur 15 Minuten für Ihre Behandlung übrig. Das reicht i.d.R. nur für einzelne lokale Probleme, aber kaum für eine umfassende funktionelle, ganzheitlich ausgerichtete Behandlung. 

6 Tipps für eine längere Behandlungszeit:

1. Klären Sie vorab, wie viel Behandlungszeit man für Sie reservieren kann (15, 20, 25, 30 Min. Takt?). Das hängt v.a. von den Betriebskosten und der Einnahmesituation einer Praxis ab  und/oder auch manchmal von dem Qualitätsstandard ab, den eine Praxis für sich festlegen will.

2. Regeln Sie alle organisatorischen Dinge wie Terminangelegenheiten, Rezeptgebühr etc. wenn möglich, mit den Rezeptionskräften Ihrer Praxis (schauen Sie wie die Dienst haben) und nicht mit Ihrem Therapeuten. Die Rezepionisten können das meist besser und Ihr Therapeut hat dann mehr Zeit für Ihre Behandlung.

3. Lassen Sie sich eine Doppelbehandlung verordnen bzw. vereinbaren Sie diese mit Ihrer Therapiepraxis, wenn Ihre Praxis nur 15 oder 20 Minuten Zeit für Sie hat. Sie bekommen dann die doppelte Zeit (30-40 Min.), allerdings auch nur die Hälfte der möglichen Behandlungen. Das lohnt sich besonders dann, wenn Sie komplexere oder auch mehrere Probleme haben! Der Effekt ist meist besser als viele Behandlungen zu bekommen, in denen Sie im Schnelldurchlauf "abgefertigt" werden.

4. Eine zeitlich und fachlich bessere Versorgung erhalten Sie auch, wenn Sie sich "Manuelle Therapie" mit dem Zusatz: "heiße Rolle" (oder Eisbehandlung wenn "Wärme" nicht passt) verordnen lassen. Sie können dann mit Ihrem Therapeuten die zeitlichen Schwerpunkte für die Behandlung ( z.B. längere Behandlung dafür weniger Wärme/Eis oder umgekehrt) so abstimmen, wie Sie es brauchen. Für diese thermischen Zusatzanwendungen kann man nochmal 5-10 Min. mehr Zeit für Sie planen. Für neurologische Patienten gilt das analog für die Verordnung: KG-ZNS (30 statt 20 Min.).

5. Lesen Sie auch unbedingt weiter unten den Abschnitt über passende "Therapie-Bekleidung".

6. Alternativ können Sie auch eine private Zusatzbehandlung "buchen", die man dann an Ihre Kassenbehandlung als "Block" dranhängt. Z.B. um Bereiche des Körpers zu behandeln, die von der "Kassenverordnung nicht abgedeckt sind (z.B. Rücken und Schulter oder Hüfte und Lendenwirbelsäule oder ggf auch eine entspannende Massage als Abschluss).

 

9. Keine Termine? Warten bis der "Physio" kommt...

Zur Zeit beträgt die Wartezeit auf eine Physiotherapie etwa 4 Wochen, manchmal (insbesondere bei Hausbehandlungen und auch Lymphdrainage) aber auch viel länger!

Die Ursachen für die Misere: 

 Die Kassen- Vergütung für Krankengymnastik, ist sehr gering (Durchschnitt ca. 20€). Für Anwendungen wie Massage, Lymphdrainage, D1 (med. Training), sind die Kassenhonorare gemessen an der vorgegebenen Behandlungszeit, noch deutlich geringer. Wenn Sie einen Handwerker oder Automechaniker kennen, der für dieses Honorar (legal!) arbeiten würde, schicken Sie mir bitte sofort seine Adresse.

 Konsequenz der knappen Kassenhonorare, sind oft ein eher geringes Gehalt und recht schlechte Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter (Ausnahmen bestätigen die Regel). Auch die gesellschaftliche Anerkennung, ist leider nicht sehr groß. Wirtschaftliche Perspektivlosigkeit und drohende Altersarmut, schreckt viele ab, den Beruf zu ergreifen oder führt dazu, dass überdurchschnittlich viele Therapeuten "aussteigen". 

 Frustation ist  eine der häufigeren Ursache, dass nur 2/3 aller Fachschüler Ihre Ausbildung beenden oder sich garnicht erst für diesen Beruf entscheiden. Die Ausbildungszahlen sinken kontinuierlich.

 Ein hoher Frauenanteil sorgt dafür, dass durch Erziehungsurlaub und familiäre Verpflichtungen, viele Therapeuten nicht mehr in den Beruf zurückkehren oder nur noch reduziert arbeiten können.

 Zunehmend geburtenstärkere Jahrgänge gehen (oft vorzeitig) in Rente

Dagegen steht, dass der Bedarf therapeutischer Leistungen, aufgrund der sich verändernden Alterstruktur in unserer Gesellschaft, zunimmt.

Daraus resultiert ein zunehmender Therapeutenmangel und damit die immer längeren Wartezeiten auf einen Therapieplatz für Patienten.  

5 Tipps bei  Termin-Problemen:

1. Lassen Sie sich auf dem "Rezept" vom Arzt einen spätesten Behandlungsbeginn von 4-6 Wochen eintragen. Sonst muss das Rezept innerhalb von 14 Tagen begonnen werden. Das ist zur Zeit nahezu überall unmöglich (s.o.). Informieren Sie Ihren Arzt aber auch seine Helferinnen über die  üblichen Wartezeiten auf einen Therapieplatz, dann kann ein solcher Eintrag zukünftig automatisch in die Software eingegeben werden.

2. Lassen Sie sich auf die Warteliste setzen, jeden Tag sagen Patienten ab und die Chance relativ schnell einen Therapieplatz zu bekommen ist groß, wenn Sie flexibel einspringen können und die Praxis an Sie denkt, wenn mal ein Termin kurzfristig frei wird. Bringen Sie sich dafür nachhaltig in Erinnerung!

3. Rufen Sie mehrere Praxen an, die Chance einen Termin zu bekommen ist dann größer, wenn Sie vielleicht eine Praxis erwischen, bei der vielleicht jemand abgesagt hat.

4. Halten Sie Ihre Termine ein, oder sagen Sie rechtzeitig ab. Nur so können andere Patienten z.B. von einer Warteliste versorgt werden! Akzeptieren Sie, dass Sie widrigenfalls (kurzfristige Absagen, Termin vergessen, privater/beruflicher Stress etc.) Ihrer Praxis die Leerlaufzeit erstatten müssen. Egal welche Gründe vorliegen, die entstehenden Kosten muss jemand übernehmen und die Therapiepraxen können das nicht dauerhaft leisten.

5. Wenn Sie (finanziell) können, suchen Sie nach Zwischenlösungen, bis Sie einen Therapieplatz bekommen. Das kann z.B. eine osteopathische Behandlung, eine chiropraktische Behandlung, eine Rehasport- Verordnung oder auch ein medizinisches Training in einem medizinisch orientierten Fitnessstudio oder einer Rehaeinrichtung sein.

Fitnessstudios machen nur fit wenn man hingeht.

10. Warum die richtige Kleidung so wichtig sein kann

Das klingt vielleicht nach einem banalen Thema, aber das ist es nicht. Die "Umziehzeit" zählt zu der von der Kasse vorgebenen Behandlungszeit (15-25 Min.) und da machen 5 Minuten (Beginn und Ende der Behandlung) schon 25% Ihrer Behandlungszeit aus, wenn man 20 Minuten veranschlagt.

Denken Sie praktisch! Blusen Hemden, die man umständlich knöpfen muss, Röcke, Kleider, Strumpfhosen, Straßenhosen und alles was wenig elastisch und vielleicht eng geschnitten ist, ist wirklich unpraktisch. Wenn Sie geschickt planen, müssen Sie viele Dinge garnicht ausziehen dass ist vielleicht für Sie oder auch Ihren Therapeuten manchmal angenehmer und man spart Zeit, die man besser nutzen kann.

Für jüngere Patienten spielt das alles sicherlich eine weniger große Rolle, einfach weil sie sich zumeist schneller bewegen können aber gerade ältere und motorisch eingeschränkte Patienten, tun sich oft schwer damit Kleidung an- und auszuziehen. Für manche Menschen muss man schon  bis zu 10 Minuten einplanen und letzendlich von der Behandlungszeit abziehen. Das ist wirklich bedauerlich! Aber das kann man ändern und diese Zeit locker auf fast "Null" bringen, wenn man weiß wie.    

3 Tipps für optimale Bekleidung:

1. Eine elastische oder/und weit geschnittene Hose, die man hochschieben kann ( z.B. für Kniebehandlungen) oder runterziehen kann ( z.B. bei LWS/Beckentechniken) wie z.B. eine Jogginghose oder eine Shorts an wärmeren Tagen. Die brauchen Sie meist nicht auszuziehen.

2. Ein ärmelloses, weiteres, möglichst tief ausgeschnittenes Shirt, Unterhemd, oder Top (HWS- Schultergürtelbehandlungen), was sie dann während der Behandlung oft  gut anbehalten können. Oben-drüber, Pulli oder Sport-Jacke, die Sie schnell an- und ausziehen können.

3. Zeitsparend wäre es auch, wenn Sie sich schon vor der Behandlung umziehen könnten, z.B. wenn Sie von unterwegs kommen.

Zusammenfassung: Alles was Sie schnell an- und ausziehen können, indem Sie sich gut bewegen können, dass elastisch und weit genug ist, um es flexibel verschieben zu können und in dem Sie sich wohl und sicher fühlen, wäre ideal für beide Seiten.   

 

11. Skandalös: Immer wieder "falsche Rezepte"

​Krankenkassen und Ärzteverbände haben ein kompliziertes Regelwerk (Heilmittelkatalog) mit hohem Fehlerpotential verfasst, dass genau vorschreibt wieviel, wann auf welche Weise verordnet werden darf. Nicht Sie, Ihr Arzt oder Ihr Therapeut entscheidet wie und wie oft behandelt werden darf, sondern ein Katalog den sich realitätsferne Verwaltungsmenschen ausgedacht haben.

Fehlerhaft ausgestellte Verordnungen werden nicht vergütet. Für viele Kassen ist es ein Sport geworden, möglichst viele Rezepte als fehlerhaft einzustufen um Geld zu sparen. Überprüfen muss das die Therapiepraxis und Sie als Patient dürfen dann noch einmal zum Arzt rennen, wenn ein "Kreuzchen" an der falschen Stelle ist oder realitätsferne Fristen nicht eingehalten werden können. Das kostet Sie und Ihren Therapeuten sinnlos Zeit und  Ihrer Therapiepraxis nicht selten, auch eine Menge Geld.

Ein weiterer Grund liegt darin, dass die Software für Rezepte unausgereift ist oder die Arzthelferinnen damit nicht gut zurechtkommen. Manchmal fehlt es auch an der nötigen Zeit und Konzentration, alle erforderlichen Textbausteine, Zahlen und Kreuzchen korrekt auszufüllen und  vor dem Ausdruck noch zu kontrollieren.  

4 Tipps "Rezeptprobleme" zu vermeiden:

1. Überprüfen Sie selbst Ihr Rezept auf Vollständigkeit und Korrektheit, so gut Sie das können, bevor Sie die Arztpraxis verlassen (fragen Sie da auch gerne Ihre Therapiepraxis worauf Sie achten können).

2. Lassen Sie sich von der Arztpraxis eine längere Frist (normal 14 Tage) für den Beginn Ihrer Behandlung eintragen, z.B. 4-6 Wochen sonst ist Ihr Rezept verfallen, wenn Sie nicht zeitnah einen Terminbekommen und Sie dürfen noch einmal zum Arzt rennen, um es aktualisieren zu lassen.

3. Akzeptieren Sie, Ihren Aufwand eine fehlerhafte Verordnung korrigieren zu lassen. Für Ihre Therapiepraxis bedeutet eine solcher Service für Sie ein Aufwand, der zu Lasten der Therapiezeit gehen würde. Telefonate, Faxe, E-Mails mit Arztpraxen sind oft zeitaufwendig und bedürfen häufig einer Nachfrage.

4. Kümmern Sie sich auch rechtzeitig (3-4 Wochen im vorraus) um Folgetermine, wenn Sie eine Folgeverordnung erwarten, damit die Behandlung nicht länger unterbrochen werden muss.

 

12. Warum  Ärzte manchmal Physiotherapie verweigern

Verordnet Ihr Arzt mehr Heilmittel als der Durchschnitt seiner Fachkollegen (Budgetierung), droht ihm ein Regressverfahren der Krankenkasse, d.h. dass ein Teil seiner Honorare ggf. gekürzt wird (Rückzahlungen). Um dass zu verhindern, muss er alles was er tut, umfangreich dokumentieren (das kostet Zeit und Nerven) oder möglichst wenig verordnen (das spart Zeit und Nerven). Letzeres, ist leider viel zu oft die Realität.

Es ist nachvollziehbar, dass man als Arzt auch Unternehmer ist und wirtschaftlich denken muss. Es  ist aber aber medizinisch und menschlich betrachtet ein "Trauerspiel", wenn nicht mehr das verordnet wird, was notwendig ist, um Sie schnell wieder gesund und fit zu bekommen.

Nicht immer haben Ärzte die Zeit wirklich kritisch zu überprüfen, welcher Patient dringend eine Therapie braucht oder wo auch andere Maßnahmen ausreichen würden. Hier wäre dringend daran zu arbeiten, dass die Kommunikation zwischen Therapeut und Arzt besser und v.a. auf "Augenhöhe" funktioniert. 

Die 5 besten Tipps um ein "Rezept" zu bekommen:

(wenn Sie es wirklich brauchen!)

1. Überzeugen Sie Ihren Arzt davon, dass Ihr Problem keine Bagatelle ist (bitte keinesfalls "untertreiben"), Ihnen Physiotherapie wichtig ist und ggf. schon oft geholfen hat. Danken Sie Ihm, wenn er sein knappes Budget für Sie nutzt, oft bedeutet es, dass er systembedingt dafür andere Patienten schlechter versorgen kann.

2. Melden Sie auch Ihrem Doktor zurück, wenn Ihnen die Behandlung gut getan hat. Auch das motiviert Ärzte, bei Verordnungen von Heilmitteln!

3. Bei Behandlungen, die aufgrund ihrer Schwere oder ihres chronischen Verlaufes einen langfristigen Behandlungsbedarf haben, gibt es eine Diagnoseliste der Krankenkassen (z.B. neurologische Krh, rheumatische Krh. u.a.m.), die auch Ihr Arzt kennen sollte. Bei diesen Diagnosen, darf Ihnen Ihr Arzt die Behandlungen langfristig verordnen und diese werden dann nicht(!) in sein Budget hineingerechnet. Weisen Sie Ihren Arzt auf diese Möglichkeit hin, wenn Sie davon betroffen sind. Sie können diese Diagnoselisten googeln oder bei Ihrer Krankenkasse erfragen.

4. Weisen Sie Ihren Arzt (bzw. die Helferin) auf die langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz hin, damit er Ihr Rezept entsprechend ausfüllt und es nicht verfällt. (siehe Absatz 9).

5. Weisen Sie Ihren Arzt auch darauf hin, dass er Ihnen eine qualifiziertere Verordnung ausstellen kann, wenn er eine bessere Behandlungsqualität oder auch eine längere Behandlungszeit befürwortet (siehe Absatz 7+8)

 

13. Privatpatienten: 2 Klassen Medizin?

Nein! Im Therapiebereich herrscht erfreulicherweise (oder sollte man sagen bedauerlicherweise?) Gleichberechtigung. 

Fast alle Privatversicherungen bezahlen  für Heilmittel wie eine Physiotherapie, oft sogar vertragwidrig (schauen Sie in die AGB Ihrer Versicherung), für eine normale Krankengymnastik, nur ca. 25€ gemäß (Beamten-)Beihilfesatz, wenn Sie nicht einen besseren Vertrag abgeschlossen haben oder sich gegen Ihre PKV durchsetzen.

Das ist mittlerweile fast das Gleiche wie es die Krankenkassen (ca. 20€) tun, erfordert aber wg. der Einzelabrechnung, der Einzelverträge, Zahlungserinnerungen/Mahnungen z.T. mehr Aufwand. D.h. je nach dem was Ihre Therapiepraxis Ihnen an Eigenleistungen (in manchen Praxen zahlen Sie bis zu 10€ pro Behandlung zu) zumuten muss, erhalten Sie die gleiche mäßige Versorgung (Wartezeiten, Therapielänge etc.) wie ein "AOK"-Patient.

Vielleicht ist das gerecht, aber vielleicht wünschen Sie sich auch eine bessere Versorgung, wenn Sie schon eine größere Summe zuzahlen müssen.

4  hilfreiche Tipps für Privatversicherte: 

1. Versichern Sie sich besser, verhandeln Sie da mit Ihrer PKV. Manche übernehmen dann die vollen Kosten.

2. Nehmen Sie ggf. einen höheren Eigenanteil (Zuzahlung) in Kauf.

3. Handeln Sie mit Ihrer Therapiepraxis eine bessere Versorgung aus (z.B. Doppelbehandlungen), wenn Ihnen die 20 Minuten Therapie nicht ausreicht.

4. Lassen Sie sich eine Zusatzleistung wie Fango, heiße Rolle oder Eis verordnen und am besten eine Zertifikatsleistung, wie manuelle Therapie oder KG-ZNS (KG-Neuro) rezeptieren. Das bedeutet meist längere Behandlungszeit und oft auch eine bessere Behandlungsqualität für Sie!

 

14. Problemfall Hausbehandlungen

Viele Patienten machen derzeit die Erfahrung, dass Sie keine Therapiepraxis finden, die in absehbarer Zeit freie Termine, für Hausbehandlungen hat.

Woran liegt das?

Hausbesuche sind zeitaufwendig (Fahrtzeit,Parkplatzprobleme etc.) , kostenintensiv (Auto) und für die Therapeuten körperlich belastend (keine Hilfsmittel, verstellbare Therapieliege, erhöhtes Unfallrisiko etc.)  Dagegen steht eine Vergütung  für Fahrtkosten und zusätzlichem Zeit-und Kraftaufwand) der Krankenkassen von 13-20€ zusätzlich zur Therapieleistung. Eine Taxifahrt wäre teurer...

Wenn Sie in einer Pflegeeinrichtung wohnen, bezahlt die Krankenkasse noch weniger (pauschaler, reduzierter Satz für Pflegeheime), selbst wenn Sie als einziger Patient dort angefahren werden. Das ist nicht mehr kostendeckend und beschämend. Viele Therapiepraxen können deshalb nur sehr begrenzt Hausbesuche anbieten und fahren Pflegeheime gar nicht mehr an, wenn Sie nicht dort alle Bewohner oder viele Bewohner übernehmen können.

Wann sind Hausbesuche überhaupt zulässig?

Erforderlich für einen ärztlich verordneten Hausbesuch, ist immer eine medizinische(!) Indikation  wie z.B. eine Transportunfähigkeit des Patienten oder eine Gefährdung von Therapiezielen, durch die Belastungen der Anfahrt. 

Eine solche, enge Indikation, liegt bei strenger Betrachtung, nur sehr selten vor. 

Wenn Sie z.B. Ihren Arzt aufsuchen können, familiäre oder andere Besuche machen können oder grundsätzlich in ein Auto/Taxi steigen könnten, liegt eine medizinische Indikation für einen Hausbesuch i.d.R. nicht(!) vor und Sie könnten in den meisten Fällen eine Therapiepraxis aufsuchen.

Ein fehlendes Auto oder eine fehlende Begleitung oder hohe Taxikosten oder Wetterwidrigkeiten sind keine medizinische Indikation. Hier ist Ihre Krankenkasse gefordert für Ihre Versorgung das notwendige zu veranlassen und zu bezahlen!

Wann muss es eine Hausbehandlung sein:

»Neurologische Patienten, für die eine Auto- oder Rollstuhlfahrt großer Stress mit nachteiligen körperlichen Reaktionen (Spastik, Krämpfe, Schmerzen etc.) bedeuten würde.

»Schwache, labile oft auch sehr alte Menschen, mit Herz- und Kreislauf oder anderen, schweren organischen Problemen.

»Patienten nach akuten, frischen Verletzungen oder Operationen.

Warum ist eine Praxisbehandlung meist sinnvoller?

Eine Hausbehandlung ist fast immer, je nach den zu behandelnden Problemen, weniger effizient als eine Praxisbehandlung. Ein großer Teil aller manuellen und aktiven Möglichkeiten, die für eine optimale Behandlung sinnvoll wären, sind im Hause des Patienten nicht oder nur eingeschränkt durchführbar.

Auch sind die Bedingungen im Privathaushalt (Treppen, Möbel, Teppiche, Haustiere etc.), vielfach unfallträchtiger, also riskanter als in einer behindertengerechten Praxis.

Welche Probleme hat ein Therapeut bei Hausbehandlungen?

-Bei einer Hausbehandlung wird Ihr Therapeut seinen Rücken und seine Gelenke in vielen Fällen wesentlich mehr belasten müssen, als in einer Praxis, wo ihm diverse Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Er muss seine Behandlung also auch danach ausrichten, dass er gesund bleibt

-Er wird das eine oder andere an Therapiemöglichkeiten, welche vielleicht medizinisch sinnvoll oder sogar erforderlich wären, zu seinem eigenem und ggf. auch manchmal zu Ihrem Schutz (Sturzrisiko), nicht durchführen können.

- Sowohl im ländlichen Raum mit langen Fahrtwegen als auch in den Städten mit Staus, Baustellen und Parkproblemen ist der Zeitaufwand bis zu doppelt so hoch, wie bei der Behandlung von Praxispatienten. Deshalb werden, wenn überhaupt, oft nur Patienten angenommen, die man zügig und gut erreichen kann.

Haben auch Patienten an der Hausbesuchsmisere Ihren Anteil?

Leider schon! Bei den Engpässen für eine häusliche Versorgung, spielt es auch eine nicht unerhebliche  Rolle, dass viele Kapazitäten mit Patienten belegt sind, die mit familiärer Hilfe, mit einem Taxi oder dem E-Rollstuhl ohne weiteres in eine Praxis kommen könnten, aber Kosten, Stress, schlechtes Wetter und Anstrengung nicht auf sich nehmen wollen bzw. das ganze nicht gut und zuverlässig organisiert bekommen.

Das ist menschlich verständlich, entspricht aber nicht der strengen, geforderten medizinischen Indikation und führt dazu, dass die Patienten die wirklich aus medizinischen Gründen eine Hausbehandlung benötigen, oft keine Termine mehr bekommen können.

Therapieleistungen sind kein Pizza-Service.  

Die 6 besten Tipps für Hausbehandlungen:

1. Rufen Sie mehrere Praxen an und vor allem vorrangig Praxen, die nah an Ihrem Wohnbereich sind, wenn Sie einen Termin brauchen.

2. Suchen Sie in Ihrem Interesse nach einer Möglichkeit, ihre Behandlung in einer Praxis durchzuführen bzw. wechseln Sie vom Hausbesuch zur Praxisbehandlung, sobald Sie wieder etwas stabiler geworden sind.

3. Nehmen Sie die Anstrengungen,  den Stress und die Kosten dafür in Kauf, die Sie verkraften können. Es lohnt sich, wenn Ihr Ziel nicht eine Minimalversorgung sondern die bestmögliche therapeutische Versorgung ist. 

4. Bedenken Sie dass der Weg in eine Praxis bei allen Mühen, sogar einen Trainingseffekt haben kann, der dazu beiträgt, ein Stück Aktivität, Selbstbestimmung und Freiheit zurückzugewinnen. Außerdem helfen Sie denjenigen, die wirklich das Haus nicht verlassen können.

5. Wenn Sie keine Praxis finden, die Ihnen eine Hausbehandlung anbieten kann (zur Zeit gibt es kaum Termine oder wochen-monatelange Wartezeiten, s.o.), wenden Sie sich an Ihre Kasse. Diese ist gesetzlich verpflichtet, Ihre Versorgung zu gewährleisten. Dazu gehört es auch, einen Transport, z.B. mit dem Taxi in eine Praxis zu bezahlen. Das setzt vorraus, dass Sie keinen Therapeuten finden, der zu Ihnen ins Haus kommen kann aber alternativ, Praxistermine angeboten bekommen und noch so belastbar sind, eine Autofahrt unbeschadet überstehen zu können.

6. Unterstützen Sie Ihren Therapeuten so gut Sie können. Besprechen Sie z.B. miteinander, ob die Anschaffung einer Therapieliege (kostet ca. 100€) oder anderer Hilfsmittel, sinnvoll und erleichternd für sie beide sein könnte, insbesondere wenn Sie längerfristig im Haus behandelt werden müssen.

 

15. Anspruch und Realität in der Physiotherapie

Gemäß Verträgen mit den Krankenkassen, muss Ihre Versorgung wirtschaftlich zweckmäßig und ausreichend sein. Das entspricht einer Schulnote "4".

Über die Probleme, ihre Ursachen und mögliche Auswege sind Sie informiert, wenn Sie diesen Ratgeber gelesen haben.

Therapiepraxen würden Sie liebend gerne 30 Minuten oder länger behandeln, eine Bürokraft rund um die Uhr zur Entlastung einstellen, Ihnen zeitnah Termine anbieten und nur hochqualfizierte Therapeuten beschäftigen. Sie wären gerne immer freundlich, entspannt und motiviert. Aber Sie können es nur sehr begrenzt, unter den derzeitigen Bedingungen. Sie leisten in den allermeisten Fällen schon deutlich mehr, als dass, was Sie müssen. 

Sie wissen das spätestens jetzt und gehören nun zu den aufgeklärten Patienten. 

Therapeuten müssen oft anstrengende und unergiebige  Diskussionen führen, weil die meisten Patienten schlecht informiert sind und Ansprüche haben, die das Gesundheitsystem v.a. im sogenannten Heilmittelbereich (Therapien) nicht leistet.

Auch Ärzte haben in vielen Fällen eine falsche Vorstellung darüber, was eine Therapiepraxis unter den vorgegebenen Einschränkungen leisten kann. Man verordnet die billigste Leistung (KG oder Massage ohne Zusatz) und drückt Patienten ein Rezept in die Hand, dass innerhalb von 2 Wochen (bei Wartefristen von über 4 Wochen, seit einigen Jahren) begonnen werden muss. Auch hier habe ich Ihnen Tipps gegeben, was Ihr Arzt tun kann (z.B. was er, wie genau verordnen kann) damit Sie eine optimale bzw. überhaupt eine Behandlung bekommen.

Nutzen Sie die Hinweise und beschweren Sie sich nicht bei Ihrem Therapeuten, wenn Sie mit der Situation unzufrieden sind sondern da, wo die Verursacher zu finden sind, nähmlich bei den Krankenkassen, den Ärzteverbänden und den verantwortlichen Politikern. 

Erwarten Sie nicht ein  "Sterne Menü", wenn Sie (bzw. Ihre Krankenversicherung) nur Geld für einen Döner ausgeben wollen. 

 

16. Leitfaden für den Umgang mit (vom Aussterben bedrohten) Therapeutenwink

Ihre Therapie funktioniert immer auch so gut, wie die Zusammenarbeit mit Ihrem Therapeuten funktioniert.

Dazu 9 Strategie Tipps"wink.

1. Behandeln Sie Ihren Therapeuten genauso respektvoll und höflich wie Ihren Arzt. Auf seinem  Gebiet ist er in vielen Fällen ein hervorragender Experte, der die gleiche Anerkennung und Wertschätzung verdient, wie Ihr Doktor. Leider ist das zu oft nicht der Fall.

2. Wertschätzen Sie, wenn Sie eine bessere als die oben beschriebene Minimalversorgung bekommen. Viele Praxen nehmen sich mehr Zeit als sie müssen und haben hochqualifizierte Mitarbeiter. Das ist aber leider weder eine Selbstverständlichkeit, noch Ihr Anspruch. 

3. Diskutieren Sie nicht mit Ihrem Therapeuten, über die Behandlungszeit, auch wenn diese Ihnen viel zu kurz erscheint. Damit produzieren Sie nur Stress, der Ihrer Behandlung nicht gut tut. Die von den Kassen vorgegebenen, schon ohnehin sehr kurzen Behandlungszeiten (meist 20 Min.) sind Durchschnittswerte, die am Ende des Tages bzw. Ihres Rezeptes erreicht sein müssen. Therapeuten können diese Zeit auch nach eigenem Ermessen auf Minimalwert (15 Min.) kürzen und selbst diesen aus medizinischen Gründen noch unterschreiten. Wie lange ein Therapeut behandelt, ist also seine fachliche Entscheidung und auch abhängig von den organisatorischen Pflichten, die er durch Kassen und Arbeitgeber auferlegt bekommt. Sie haben keinen Anspruch auf eine bestimmte Behandlungszeit sondern nur auf eine wirtschaflich, zweckmäßige, ausreichende Behandlung, so steht es im Gesetz! 

4. Behandeln Sie Ihren Therapeuten wenigstens genauso großzügig wie Ihren Handwerker, Kellner, Friseur oder Taxifahrer, wenn Sie mit seiner/ihrer Leistung zufrieden waren. Das ist keine Aufforderung generell "Trinkgeld" zu geben, aber ein Glas Wasser für einen "Hausbesuchstherapeuten" wäre schon ein Geste der Höflichkeit. Ebenso ist es sicherlich eine großzügige Geste, wenn Sie z.B. die Rezeptgebühren nicht Cent für Cent auf den Tisch packen sondern gelegentlich auch einmal aufrunden (spart auch Zeit).   

5. Schimpfen Sie nicht (oder höchstens ein bischen), wenn mal organisatorisch etwas nicht so gut klappt. Gestehen Sie Ihrer Therapiepraxis zu, nicht perfekt zu sein. Oder machen Sie niemals einen Fehler?

6. Ärgern Sie sich nicht, wenn das Büro nicht besetzt ist und Therapeuten das tun, wofür Sie da sind, nähmlich Patienten zu behandeln. Melden Sie sich telefonisch oder kommen Sie wieder, wenn das Büro besetzt ist, wenn Sie Termine brauchen oder etwas anderes Organisatorisches regeln müssen. Rechnen Sie auch mit einigen Wochen Wartezeit bei einer Neuanmeldung und lesen Sie meine Tipps oben.

7. Diskutieren Sie nicht mit Ihrem Therapeuten, über die "Schuldfrage", wenn es Ihnen z.B. aus gesundheitlichen, beruflichen, verkehrstechnischen oder anderen Gründen passiert, dass Sie einen Termin vergessen haben oder sehr kurzfristig absagen müssen. Termine einzuhalten ist Ihr Verantwortungsbereich mit allen eventuellen, unabwägbaren Alltagsrisiken. Gleichen Sie den daraus entstehenden finanziellen Schaden (Leerlauf) einfach aus. Ihre Praxis kann Ihnen Ihre Verantwortung (auch wenn Sie nichts dafür können) nicht abnehmen, denn solche Dinge passieren täglich z.T. mehrfach (soviel Kulanz ist leider unbezahlbar).        

8. Hören Sie auf Ihren Therapeuten, wenn er Ihnen Anweisungen, Tipps oder Übungen o.Äh. empfiehlt. Wenn Sie nicht auch selbst mithelfen wieder gesund zu werden, hat auch der beste Therapeut schlechte Chancen Sie wieder fit zu bekommen.

9. Sprechen Sie auch offen und respektvoll an, wenn Sie glauben, dass man Dinge anders oder besser machen könnte, insbesondere wenn es mal nicht so läuft, wie Sie sich das vorstellen (Negativreaktionen). Suchen Sie da bitte immer zuerst den persönlichen Austausch mit Ihrem Behandler. Nur so können sich Dinge positiv entwickeln!

Das alles ist doch alles eine Selbstverständlichkeit, denken Sie? 

Leider sieht in zu vielen Fällen die Realität anders aus und im wechselseitigem Umgang zwischen Patient und Therapeut gibt es eine Menge, dass man verbessern kann. 

  

17. Die Ursachen der Probleme

Da sind neben den oben von mir beschriebenen, strukturellen Problemen (schlechte Bezahlung, Schikanen der Kassen, hohe Zulassungshürden, sinnlose Vorschriften, Überregulierung etc.) die Egoismen jeder Gruppe, die ungleiche Machtverteilung (wer hat das Geld?) und eine Politik, die sich dafür kaum interessiert und nicht für Ausgleich sorgt. Fairerweise sei erwähnt, dass die Politik erste Schritte der Verbesserung unternimmt und den Kassen auch Druck zu machen versucht. Sehr zu Leidwesen vieler Krankenkassen, die aus Spargründen alles versuchen dem entgegegen zu wirken. Das 100 Kassen mit 100 Managern/Vorständen (das jede Kasse auch ein tolles Bürogebäude hat, versteht sich von selbst), die sechsstellige Jahresgehälter bekommen ihr Geld lieber behalten möchten als es für Ihre Mitglieder und Vertragspartner auszugeben, ist ja auch mehr als nachvollziehbar...

Jahrzehntelang war Sparen und das Verwalten von Gesundheit wichtiger, als eine gute medizinische Versorgung. 

Was können Sie als Patient tun? 

Wechseln Sie konsequent Ihre Kasse, wenn Sie merken, dass Sie nicht gut betreut werden.

Fragen Sie Ihre Therapiepraxis, welche Kassen besonders schlecht bezahlen und schikanös gegenüber Ihrem Heilmittelerbringer agieren. Schauen Sie auch nach deren Verwaltungskosten, die Sie mit Ihren Beiträgen bezahlen müssen. Diese Kassen werden auch Ihnen gegenüber wenig kulant und fair sein, auch wenn es bisher vielleicht keine Probleme gab. Die werden garantiert kommen, wenn Sie irgendwann auf spezielle medizinische Leistungen angewiesen sind.

Schauen Sie sich vor der nächsten Wahl an, welche Parteien im Gesundheitssystem echte Verbesserungen durchsetzen wollen oder es durchgesetzt haben und auch, ob das Thema Therapiepraxen überhaupt im Wahlkampf und in den Parteiprogrammen vorkommt.

Unterstützen Sie Ihre Therapeuten, wenn diese sich für ihre eigenen Belange einsetzen (Demos, Aktionen, Streiks). Sie tun es auch für Sie und eine bessere therapeutische Versorgung.

 

18. Wie können Sie noch für sich selbst sorgen? 

Investieren Sie, wenn Sie es können, auch einmal etwas Geld in Ihre Gesundheit, so wie Sie auch viel Geld für andere Dinge ausgeben. Eine  private Physiotherapie oder Massage oder was auch immer Sie mit Ihrer Therapiepraxis aushandeln können und wollen, dient Ihrem Wohlbefinden und Ihrer Gesundheit und kostet vergleichsweise (Urlaub, Auto, Freizeitaktivitäten) wenig Geld. Gibt es etwas wichtigeres?

Ich weiß dass es nervt, wenn man immer für alles bezahlen muss. Aber vielleicht gibt es Dinge für die es sich auch lohnt Eigenleistungen zu erbringen.

 

19. Gibt es Alternativen zu einer Kassenbehandlung?

​Wenn Sie nicht einige Wochen (manchmal Monate) auf einen Facharzt Termin und danach ggf. auch noch einmal einige Wochen auf einen Physiotherapie Termin warten können und auch die oft begrenzten Bedingungen einer Kassenbehandlung kritisch sehen: 

Kommen Sie auch gerne in meine Praxis, wenn Sie die von mir hier angebotenen Therapiekonzepte: Hypnose und osteopathische-craniosakrale-kinesiologische Körpertherapie kennenlernen möchten, körperliche oder seelische Beschwerden haben und möglichst schnell Hilfe brauchen. 

Manche brauchen eher einen Bewegungsmelder als einen Schrittzähler

Falls Sie mehr über meine Arbeit erfahren möchten:

Informationen über meine physiotherapeutische Arbeit:

 

Meine 5 Ziele für Sie:

1. Schmerzlinderung

2. Beweglichkeitsverbesserung

3. Stabilität (Kraft und Ausdauer)

4. Koordinationsverbesserung (Gleichgewicht etc.)

5. Hilfe zur Selbsthilfe

 

Mein 7- stufiger Behandlungsaufbau

1. Anamnese (Befragung) 

2. Untersuchungstechniken

3. Behandlungsplanung

4. Behandlung Ihrer Gelenkfunktionsstörungen

5. Behandlung Ihrer faszialen, muskulären und neuralen Fehlfunktionen

6. Instruktion gezielter Übungen

7. Übungsbehandlung bei neurologischen Patienten

Dein Körper kann alles wenn Du deinen Geist überzeugen kannst

Meine therapeutische "Philosophie"

Mein Ansatz ist, dass ich mich primär als "Behandler" (von "Hand") und erst sekundär als Übungscoach sehe. Mein Job ist der, dafür zu sorgen, dass es Ihnen möglichst schnell wieder besser geht. Das ist jedenfalls der Plan... Den aktiven Part Ihrer Behandlung übernehmen Sie (nach Anleitung) selbst, als möglichst lebenslange "Hausaufgabe".

Grundsätzlich ist Ihr Körper so konstruiert, dass er äußere Reize wie z.B ein Bewegungstraining oder auch Sport, immer optimal für sich verarbeitet und das Bestreben hat, sich selbst ins Gleichgewicht zu bringen. Allein unspezifische Bewegung (Laufen, Gehen, Herumtoben, Tanzen etc.) hat schon einen positiven gesundheitlichen Effekt. Eine erkrankte, gereizte, verspannte oder blockierte Struktur kann jedoch Trainingsreize nicht oder nur schlecht verarbeiten. 

Meine  Aufgabe ist es, Ihre Gelenke Muskeln, Nerven und Faszien so weit zu verbessern, dass Sie Trainingsreize (Sport, Gymnastik etc.) wieder optimal verarbeiten können. Dazu gehört v.a. eine Schmerzreduzierung, eine Optimierung der "Infrastruktur" (Lymphfluss, Durchblutung, Nerven- Steuerung) und eine Verbesserung der lokalen Mobilität (Blockierungen, Verhärtungen, Verklebungen) aller genannten Strukturen. Das ist im wesentlichen ein manualtherapeutischer und osteopathischer Ansatz.

Über eventuelle, aber Gott sei dank auch recht seltene "Nebenwirkungen", lesen Sie bitte oben die entsprechenden Abschnitte.

Wenn Sie noch nicht über ein sinnvolles Übungsprogramm verfügen oder ein aktualisiertes "Update" benötigen, besprechen und üben wir gezielt, stabilisierende, mobilisierende und koordinative Übungen, für Ihr "Heimprogramm", die sich aus aus Ihrer medizinischen Diagnose sowie den Untersuchungs- und Behandlungstechniken ergeben.

Ergänzend sollten Sie Bewegung in Verbindung mit Spass, in Ihren Alltag integrieren. Es muss nicht immer ein spezifisches Übungsprogramm sein. Gehen, Laufen, Tanzen oder Schwimmen Sie. Fahren Sie Fahrrad oder betätigen Sie sich körperlich z.B. im Garten. Suchen Sie sich eine für Sie passende Sportgruppe bei der Sie Spass haben oder gehen Sie in ein gutes Fitnessstudio.

Gehen Sie da auch an Ihre Grenzen (was nicht heißt, dass Sie maßlos übertreiben sollten), Sie werden überrascht sein was Sie alles können und wie schnell sich Ihr Zustand verbessern kann.

Ohne Ihre aktive Mitarbeit, kann die beste Therapie nicht langfristig erfolgreich sein!

Ausnahmen sind hier die neurologischen Patienten, die für Ihre Bewegungsverbesserung überwiegend aktiv arbeiten müssen und das alleine zuhause, aufgrund Ihrer Behinderung, nur sehr begrenzt können. Hier sind die Therapiestunden tatsächlich in vielen Fällen (je nach Zustand und Problemen) überwiegend aktiv unterstütztes Bewegungstraining. Allerdings reichen auch hier 2mal 30 Minuten Bewegung pro Woche nicht aus. Besprechen Sie mit Ihrem Therapeuten was Sie täglich machen können, um nicht einzurosten.

 

Mein Umgang mit Anspruch und Realität 

In einer Kassenpraxis unterliege auch ich nicht nur Ihren Wünschen und Ansprüchen sondern auch den Vorgaben von Arzt, Krankenkassen und meinem Arbeitgeber. Meine Arbeit als Physiotherapeut ist also immer der Versuch, ein optimales Ergebnis, unter schwierigen Bedingungen zu erzielen und möglichst allen Seiten gerecht zu werden.

Das ist eigentlich fast unmöglich. Ich arbeite allerdings in einer Praxis, die Ihre Behandlungszeiten etwas großzügiger kalkulieren kann und wo ich Sie mindestens (also oft länger) so behandeln kann, wie es die durchschnittlichen (also nicht die minimalen) Vorgaben der Kassen vorsehen. Ebenso gibt es eine Rezeptionskraft an mehren Tagen, so dass z.B. Terminangelegenheiten nicht zu Lasten Ihrer Behandlungszeit geregelt werden müssen, wenn Sie die Bürozeiten nutzen. Außerdem habe ich mich überdurchschnittlich intensiv, fachlich fortgebildet (s.u.), so dass ich Ihnen dort eine wirklich vernünftige Behandlung anbieten kann. 

Natürlich kann ich auch keine Wunder vollbringen und bin bestimmt nicht perfekt. In den meisten Fällen, gelingt es mir aber etwas Positives für Sie zu erreichen, wenn Sie bereit sind, sich auf mich und auf Ihre Behandlung einzulassen, aktiv mitzuarbeiten und offen alles kommunizieren was für Sie wichtig ist. 

Alternativ können Sie natürlich auch ergänzend, in meine private Praxis kommen, wo ich weder zeitlich noch fachlich den Limitierungen unterliege, die mit einer kassenfinanzierten Behandlung verbunden sind. Hier haben wir mehr Zeit und Ruhe, Schritt für Schritt, in jeder einzelnen Behandlung, alle Maßnahmen perfekt an Ihren Körper, Ihre Reaktionen und Ihre Ziele anzupassen. Auch die osteopathischen Techniken, die extrem sanft, verträglich aber eben auch sehr zeitintensiv sind, können wir hier besser nutzen.  

 

Meine Therapie Konzepte

und (Abrechnungs-)Zertifikate:

KG-ZNS/neurologisch (Bobath-Therapie, PNF Technik)

Manuelle Therapie (Maitland)

Kieferbehandlung (CMD)

Osteopathische-craniosakrale Techniken (im Rahmen der manuellen Therapie)

Sehnen/Bänder Techniken nach  Dr. Cyriax (Querfriktion)

Muskelfunktionsbehandlung (Brüggertherapie, Funktionelle Bewegungslehre)

Muskel und Faszien Techniken (Massagen, Dehnung etc.)

Neurale Mobilisation (Nervenschmerzen und Störungen)

Tiefenentspannungstechniken (Selbsthypnose und progressive Muskelentspannung)

KG am Gerät (med. Training)

Funktionelle Übungstherapie (coaching)

Massagen (medizinisch und zur Entspannung)

u.v.m.

 

Die Behandlungen von Kleinkindern und Babys (KG-ZNS-Kinder) sowie die manuelle Lymphdrainage (MLD) führe ich nicht durch!

 

Noch Fragen?  Schicken Sie mir eine Mail oder rufen Sie an!

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